REFLEKTIONSFRAGEN FÜR IHR GESPRÄCH
Sie wollen sich für eine bestimmte Stelle bewerben. Um sich auf das Gespräch vorzubereiten, stellen Sie sich die folgenden Reflektionsfragen.
Unsere Empfehlung ist, diese 'echt' zu beantworten, d.h. entsprechend der eigenen Überzeugung, und nicht zu überlegen, was 'sozial erwünscht' ist. Die Beispielantworten sind zu Ihrer Erleichterung gedacht.
- Wie genau lautet die ausgeschriebene Stelle?
z.B. Trainee in der Personalabteilung - Welche unterschiedlichen Rollen wird diese Stelle beinhalten? (spekulieren Sie, wenn Sie es nicht genau in Erfahrung bringen können)
z.B. Lernender, Projektmitarbeiter, untere Hierachieebene, Kollege - Was ist Ihnen hinsichtlich der einzelnen Rollen wichtig?
z.B. in der Rolle des Lernenden: Die Aufgaben der Personalentwicklung zu kennen und die methodischen Hintergründe zu verstehen, mit dem Ziel, einen sinnvollen Beitrag leisten zu können;
in der Rolle des Untergebenen: "Mich an dem auszurichten, was mir mein Vorgesetzter an Zielen und Projekten gibt."
In der Rolle des Kollegen: "Auch Arbeit zu machen, die mich nicht fordert, aber meine Kollegen entlastet."
- Welche Fähigkeiten besitzen Sie, um die eben genannten Rollen auszufüllen?
Lernender: Schnelle Auffassungsgabe und Ausdauer im Erlernen neuer Inhalte. Kollege: Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz.
- Welche Fähigkeiten würden Sie gern noch entwickeln, um Ihrer Meinung nach den Ansprüchen ihres potentiellen Arbeitgebers zu genügen?
Lernender: Die Methode der systemischen Beratung erlernen. - Welche Verhaltensweisen zeigen Sie, an denen man Ihre Fähigkeiten erkennen kann?
Lernender: "Nach kurzen Briefings bin ich in der Lage, Aufgaben selbständig abzuarbeiten und Konzepte zu entwickeln."
Kollege: "Auch in starken Stresssituationen werde ich ruhig und sachlich Probleme lösen."
- Welche Tätigkeiten/Projekte glauben/wissen Sie, werden Sie ausüben?
Einführung eines strategieorientierten und kontrollierbaren Trainingsprogramms für den Vertrieb.
Wenn Sie jetzt die Antworten reflektieren:
- Welche Fragen hinsichtlich Ihrer Tätigkeit möchten Sie noch klären?
z.B. Was genau erwartet das Unternehmen von einem Trainee in seinem Hause?
- In welchem größeren Zusammenhang macht die Tätigkeit, für die Sie sich bewerben, für Sie persönlich Sinn?
z.B. "Das Traineeprogramm ist für mich die Basis meiner beruflichen Karriere."
- Was für eine berufliche/private Vision haben Sie (Vision ist als ein ‚Seins-Zustand ohne Termin' definiert)
z.B. "Ich möchte eine PE-Abteilung leiten und für meine innovativen und effizienten PE-Instrumente bekannt sein."
- Was für Ziele haben Sie sich gesteckt, um diese Vision zu erreichen? Was möchten Sie in zwei, fünf und vielleicht zehn Jahren erreicht haben?
z.B. "In zwei Jahren möchte ich alle gängigen Vorgehensweisen und Modelle kennen, die heute state-of-the-art sind."
- Wie lauten Ihre drei größten Schwächen, die sie am ehesten von der Erreichung Ihrer Ziele abhalten könnten?
z.B. a) zu viele Projekte auf einmal realisieren zu wollen b).. c)..
Die innere Haltung ist der Schlüssel für ein kongruentes Auftreten. Das Gespräch sollten Sie auch hinsichtlich Ihrer inneren Haltung beleuchten. Es macht keinen Sinn, die beste Rhetorik zu bieten und großartige Gestiken anzuwenden, wenn Sie die innere Haltung "Bitte gebt mir den Job, ich habe schon 10 Absagen" vermitteln.
Ihr Gegenüber wird die unterschiedlichen Botschaften eventuell bewusst, ganz sicher jedoch unterbewusst aufnehmen , und den Eindruck erhalten, 'irgendetwas stimmt da nicht'. Und schon wird die Befürchtung 'Ich kriege wieder eine Absage' wahr. Die Lösung für dieses Problem heißt Selbstmanagement.
Noch ein paar kleine Tipps:
- Ihr Gegenüber ist ein Mensch und kein bissiges Tier.
Alle Menschen wollen als Menschen angesprochen werden. Zeigen Sie also menschliche Gesten, indem Sie Ihrem Gegenüber unvoreingenommen und mit einem ‚Lächeln aus dem Herzen' und nicht einem ‚Lächeln aus dem Kopf' begegnen.
Wünschen Sie Ihrem Gesprächspartner in Gedanken etwas, wovon Sie meinen, dass er oder sie es gebrauchen kann. Alles, was Sie Ihrem Gegenüber so ‚schenken' wird die Beziehung stärken und das Gespräch für alle Beteiligte zu etwas Besonderem machen.
- Entspannen Sie sich beim Gespräch, denn wenn Sie auf diese Weise ein angenehmes Gesprächsklima hergestellt haben, können Sie es so auch während des weiteren Gesprächsverlaufs halten. Sie brauchen nichts mehr zu befürchten.
- Suspendieren Sie alle negativen oder hinderlichen Gedanken, wie z.B. "Der ist aber schwierig", "Im Moment stockt das Gespräch" o.ä.
- Finden sie eine passende innere Haltung, wie z.B. "Ich nehme jede Herausforderung an", "Mich interessiert und reizt dieser Job und es gibt auch noch viele andere Jobs, die genauso attraktiv sind". Suchen Sie die innere Haltung, mit der Sie sich am ehesten identifizieren können.
Viel Spaß und Erfolg!
Die Fragen wurden von Susanne Alwart vom Alwart Team zusammen gestellt.